Der aktuelle Antrag der Gemeinde Seeon-Seebruck, die Grundwasserentnahme von 220.000m3 auf 245.000m3 zu erhöhen, aber Sparmaßnahmen überhaupt nicht anzudenken, ist symptomatisch für die Handlungsweise der Wasserversorger und Gemeinden.
Höhere Temperaturen und mehr Trockenheit erhöhen den Wasserverbrauch – klar nachvollziehbar.
Andererseits sinken die Grundwasserpegel langfristig auch nachvollziehbar.
Aber wäre es dann nicht das Gebot der Stunde, mit unseren Trinkwasservorräten sparsamer umzugehen?
Zisternen und Rückhaltebecken zu schaffen, um die Regenwassernutzung zu forcieren und Grundwasserneubildung zu fördern?
Aus Sicht des Umweltschutzverbands fehlt bei Bestrebungen zur Erhöhung der Wasserentnahmen, ohne Sparpotentiale aufzuzeigen, das Signal, umdenken zu wollen.
Wassersparen sollte über andauernde Mengenerhöhung stehen.
Die Begründung „Klimawandel – man kann sowieso nichts machen“, darf keinen Freibrief darstellen.
Am 22.05.2024 wurde für den Wasserzweckverband Obing eine Entnahmemenge von 280.000m3/a genehmigt.
Unbefristet bis zum 31.12.2053
Obwohl die Brunnseequellen von diesem Grundwasserstock gespeist werden und diese seit dem Jahr 2013 fast durchgenend trocken gefallen sind.
Anmerkung: Bei diesem Punkt ist die Meinung der Genehmigungsbehörde konträr zur Meinung des Umweltschutzverbands und TU München.
In der Genehmigung zu lesen: „…Für die bewilligten Entnahmemengen…besteht ein ausreichendes Grundwasserdargebot auch unter Berücksichtigung von Klimaveränderungen und prognostizierter, zukünftiger geringerer Grundwasserneubildung…“
Wie sich die Klimaveränderungen bis zum Ende der Genehmigung, im Jahr 2053 auswirken, bleibt unklar.
Welche Argumentation angeführt wird, um die Wasserentnahme für Seeon trotz fallendem Grundwasserstand zu genehmigen, werden wir sehen.
Wir, der Umweltschutzverband sind der Meinung, dass zuerst Grundwasser gespart werden sollte, bevor die Entnahmemengen erhöht werden.
Am Genehmigungsverfahren haben wir uns mit einer Stellungnahme beteiligt.
Hier die Stellungnahme des UVA zum lesen:
Hier der Artikel aus dem Trostberger Tagblatt zum lesen:

Grundwasserstand, Seeon, letzte 20 Jahre
Quelle: Genehmigungsunterlagen des Verfahrens











